Neurodermitis oder Schuppenflechte? Das sind die Unterschiede!

Redaktion, 25. MÄRZ 2025

neurodermitis oder schuppenflechte

Neurodermitis und Schuppenflechte kann man schnell verwechseln. 

Neurodermitis und Schuppenflechte sind zwei weit verbreitete Hautkrankheiten, die oft verwechselt werden. Beide gehen mit Entzündungen, Rötungen und teils starkem Juckreiz einher, doch die Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze unterscheiden sich deutlich. Während Neurodermitis häufig mit Allergien in Verbindung steht und schon im frühen Kindesalter auftreten kann, handelt es sich bei Schuppenflechte um eine Autoimmunerkrankung, die meist erst im Jugend- oder Erwachsenenalter beginnt. In diesem Artikel erklären wir die wichtigsten Unterschiede und zeigen, wie sich die beiden Erkrankungen erkennen und behandeln lassen.
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Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis, auch bekannt als atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Sie entsteht durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems sowie durch eine gestörte Hautbarriere. Betroffene reagieren überempfindlich auf Umweltreize wie Pollen oder bestimmte Lebensmittel.

Die ersten Anzeichen treten häufig bereits im Kindesalter auf und können bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Charakteristisch für die Erkrankung sind trockene, gerötete Haut, Juckreiz und Ekzeme. Oft tritt die Krankheit durch den Einfluss äußerer Umstände, sogenannter "Trigger", in Schüben auf. Deshalb kann es Phasen geben, in denen man von Neurodermitis nichts mitbekommt und wiederum Phasen, in denen Schübe von Neurodermitis die Krankheit verschlimmern. Da eine vollständige Heilung derzeit nicht möglich ist, konzentriert sich die Behandlung darauf, die Beschwerden zu lindern und schubfreie Phasen zu verlängern.

Was ist Schuppenflechte?

Ähnlich wie Neurodermitis ist auch Psoriasis, besser bekannt als Schuppenflechte, eine chronisch-entzündliche Erkrankung. Sie beruht auf einer genetischen Veranlagung und betrifft vor allem die Haut, kann aber auch innere Organe schädigen und sich auf die Gelenke ausbreiten. Schätzungen zufolge sind in Deutschland bis zu 2 % der Bevölkerung von Schuppenflechte betroffen.

Die Erkrankung kann lange Zeit unbemerkt im Körper ruhen. Erst wenn neben der genetischen Disposition zusätzliche äußere Faktoren hinzukommen, kann sie ausbrechen. Zu diesen Auslösern gehören unter anderem:

  • Infektionen
  • Hautverletzungen (z. B. durch Tätowierungen oder Sonnenbrand)
  • Stoffwechselstörungen
  • Hormonelle Veränderungen, beispielsweise in der Schwangerschaft
  • Bestimmte Medikamente
  • Allergene
  • Stress
  • Alkoholkonsum

Wie unterscheidet man zwischen Neurodermitis und Schuppenflechte?

Sowohl Neurodermitis als auch Schuppenflechte sind chronische, derzeit nicht heilbare Hauterkrankungen, die mit entzündlichen Rötungen und Juckreiz einhergehen. Die Ausprägung der Symptome variiert je nach Schweregrad und kann in beiden Fällen große Hautareale oder sogar den gesamten Körper betreffen.

Neurodermitis und Schuppenflechte basieren beide auf einer genetischen Veranlagung, ihr Krankheitsbild wird jedoch durch verschiedene auslösende Faktoren (Trigger) beeinflusst. Dazu gehören unter anderem Stress, Infektionen oder Hautreizungen. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass Schuppenflechte nicht mit allergischen Reaktionen in Verbindung steht, während Neurodermitis häufig mit Allergien assoziiert wird – ein Umstand, der oft verwechselt wird. Die Neurodermitis wird auch als atopische Dermatitis, atopisches Ekzem oder endogenes Ekzem bezeichnet.

Unterschiede zwischen Schuppenflechte und Neurodermitis

Ob es sich um Neurodermitis oder Psoriasis handelt, kann eine Dermatologin oder ein Dermatologe anhand spezifischer Symptome feststellen. Zu den wichtigsten Unterschieden zählen:


  • Erkrankungsalter: Psoriasis tritt meist zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf, während Neurodermitis häufig schon im Säuglings- oder Kleinkindalter beginnt.

  • Verteilung der Entzündungen: Psoriasis zeigt sich typischerweise in scharf abgegrenzten, stark schuppenden Stellen auf gerötetem Grund, insbesondere an den Streckseiten von Armen und Beinen. Die Kopfhaut kann stark betroffen sein, das Gesicht bleibt hingegen meist verschont. Neurodermitis hingegen führt zu diffuseren, schlecht abgrenzbaren Hautentzündungen, oft an Ellenbeugen, Kniekehlen oder im Gesicht.

  • Rolle des Immunsystems: Schuppenflechte ist eine klassische Autoimmunerkrankung, bei der die Hauterneuerung massiv beschleunigt ist – die Hautzellen teilen sich etwa siebenmal schneller als normal, was zu einer übermäßigen Schuppenbildung führt. Neurodermitis hingegen entsteht durch eine Kombination aus genetischen, immunologischen und Umweltfaktoren. Die Haut ist extrem trocken, neigt zu Juckreiz und ist aufgrund einer gestörten Hautbarriere besonders anfällig für Infektionen.

  • Begleiterkrankungen: Psoriasis kann mit weiteren Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Psoriasis-Arthritis einhergehen. Neurodermitis hingegen tritt oft gemeinsam mit anderen atopischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, allergischem Asthma oder Nahrungsmittelallergien auf.

Mischformen

In einigen Fällen können die Symptome beider Erkrankungen ineinander übergehen, sodass eine eindeutige Diagnose erschwert wird. Zudem ist es möglich, dass Patienten im Laufe ihres Lebens von einer Erkrankung in die andere wechseln. In seltenen Fällen können Psoriasis und Neurodermitis sogar gleichzeitig auftreten.


Neben den körperlichen Beschwerden sind beide Erkrankungen auch mit sozialen und psychischen Belastungen verbunden. Sichtbare Hautveränderungen führen oft zu Stigmatisierung, was das Wohlbefinden der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Stress wiederum kann die Erkrankung verstärken, sodass sich ein Teufelskreis aus körperlichen und psychischen Faktoren ergibt.

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Wie kann man die jeweilige Hautkrankheit behandeln?

Um die richtige Diagnose und eine geeignete Therapie zu finden, solltest du unbedingt eine erfahrene Ärztin oder einen erfahrenen Arzt konsultieren. Da sich Schuppenflechte und Neurodermitis in ihrer Entstehung und ihren Symptomen deutlich unterscheiden, erfordert jede Erkrankung eine spezifische Behandlung.

Neurodermitis

Die Therapie der Neurodermitis konzentriert sich auf zwei Hauptaspekte: die richtige Hautpflege und das Vermeiden von Triggerfaktoren.


  • Hautpflege als Basistherapie: Eine konsequente Pflege mit feuchtigkeitsspendenden Cremes und Salben ist essentiell, um die Hautbarriere zu stabilisieren und Juckreiz zu reduzieren. Besonders geeignet sind Cremes mit Urea oder Ceramiden, da diese die Haut intensiv mit Feuchtigkeit versorgen. Duft- und Konservierungsstoffe sollten hingegen vermieden werden, da sie die empfindliche Haut zusätzlich reizen können.

  • Medikamentöse Therapie: Bei akuten Schüben können kortisonhaltige Cremes oder Salben mit Wirkstoffen wie Mometason oder Prednicarbat Entzündungen rasch lindern. Für eine langfristige Behandlung stehen Calcineurin-Inhibitoren zur Verfügung, die das überaktive Immunsystem regulieren und übermäßige Reaktionen auf Umweltreize reduzieren.

  • Vermeidung von Triggerfaktoren: Neurodermitis kann durch verschiedene äußere Einflüsse verstärkt werden. Zu den häufigsten Auslösern gehören:

- Bestimmte Materialien (z. B. Wolle oder synthetische Stoffe)

- Wetterumschwünge

- Allergene (z. B. Pollen oder Nahrungsmittel)

- Stress und emotionale Belastungen

Schuppenflechte

Die Behandlung der Schuppenflechte umfasst eine Vielzahl von Therapieoptionen, die je nach Schweregrad der Erkrankung individuell angepasst werden.


  • Äußere Behandlung (topische Therapie): Zur lokalen Behandlung werden Cremes, Salben und Gele eingesetzt, die Wirkstoffe wie Kortison, Dithranol (Anthralin) oder Vitamin-D3-Analoga (z. B. Calcipotriol) enthalten. Diese reduzieren die übermäßige Zellteilung und lindern Entzündungen.

  • Lichttherapie: Eine bewährte Methode ist die Bestrahlung der Haut mit UVB- oder UVA-Strahlen, die entzündungshemmend wirken und das Hautbild verbessern können.

  • Systemische Therapie: Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kommen Medikamente zum Einsatz, die innerlich wirken. Dazu gehören:


- Immunsuppressiva wie Methotrexat oder Cyclosporin, die das Immunsystem dämpfen

- Retinoide, die die Hauterneuerung regulieren

- Biologika, also moderne Antikörper-Therapien, die gezielt in das Immunsystem eingreifen und Entzündungen hemmen

Fazit

Obwohl Neurodermitis und Schuppenflechte auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, handelt es sich um zwei unterschiedliche Krankheitsbilder mit individuellen Ursachen und Symptomen. Die richtige Diagnose ist entscheidend, um eine effektive Behandlung zu starten und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Während Neurodermitis Patienten vor allem auf eine konsequente Hautpflege und das Vermeiden von Triggerfaktoren achten sollten, profitieren Schuppenflechte-Betroffene von einer Therapie, die das Immunsystem gezielt reguliert. Eine dermatologische Abklärung hilft dabei, die bestmögliche Behandlung zu finden und Beschwerden langfristig zu lindern.

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QUELLEN

  • Rendon A, Schäkel K. Psoriasis Pathogenesis and Treatment. Int J Mol Sci. 2019 Mar 23;20(6):1475. doi: 10.3390/ijms20061475. PMID: 30909615; PMCID: PMC6471628.
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Natalja Felsing Autorin

Lina Mattern

Nach Abschluss ihres Studiums an der Hochschule Kempten hat sich Lina privat und beruflich mit Themen aus der Gesundheits-, Fitness- und Beautybranche befasst. Seitdem recherchiert und schreibt sie Blogartikel in dieser Branche und ist Expertin im Beauty- und Gesundheitsbereich. Neben dem Schreiben von aktuellen und ausführlich recherchierten Artikeln, betreut sie auch Social Media Kanäle, die sich um Tipps rund um Schönheit und Gesundheit drehen. Die Blogartikel und der Content orientieren sich dabei immer an der aktuellen Forschungslage.