Neurodermitis oder Schuppenflechte? Das sind die Unterschiede!
Redaktion, 25. MÄRZ 2025

Neurodermitis und Schuppenflechte kann man schnell verwechseln.

FORSCHUNG
Trockene Haut behandeln: Dieses Hausmittel hilft
Mit Pickeln an den Oberarmen - der sogenannte Reibeisenhaut - plagen sich viele Menschen herum. Oft helfen teure Mittel aus der Apotheke nicht. Stattdessen kann ein einfaches Hausmittel dafür sorgen, dass die Haut wieder glatt und weich wird.
Was ist Neurodermitis?
Was ist Schuppenflechte?
- Infektionen
- Hautverletzungen (z. B. durch Tätowierungen oder Sonnenbrand)
- Stoffwechselstörungen
- Hormonelle Veränderungen, beispielsweise in der Schwangerschaft
- Bestimmte Medikamente
- Allergene
- Stress
- Alkoholkonsum
Wie unterscheidet man zwischen Neurodermitis und Schuppenflechte?
Unterschiede zwischen Schuppenflechte und Neurodermitis
Ob es sich um Neurodermitis oder Psoriasis handelt, kann eine Dermatologin oder ein Dermatologe anhand spezifischer Symptome feststellen. Zu den wichtigsten Unterschieden zählen:
- Erkrankungsalter: Psoriasis tritt meist zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf, während Neurodermitis häufig schon im Säuglings- oder Kleinkindalter beginnt.
- Verteilung der Entzündungen: Psoriasis zeigt sich typischerweise in scharf abgegrenzten, stark schuppenden Stellen auf gerötetem Grund, insbesondere an den Streckseiten von Armen und Beinen. Die Kopfhaut kann stark betroffen sein, das Gesicht bleibt hingegen meist verschont. Neurodermitis hingegen führt zu diffuseren, schlecht abgrenzbaren Hautentzündungen, oft an Ellenbeugen, Kniekehlen oder im Gesicht.
- Rolle des Immunsystems: Schuppenflechte ist eine klassische Autoimmunerkrankung, bei der die Hauterneuerung massiv beschleunigt ist – die Hautzellen teilen sich etwa siebenmal schneller als normal, was zu einer übermäßigen Schuppenbildung führt. Neurodermitis hingegen entsteht durch eine Kombination aus genetischen, immunologischen und Umweltfaktoren. Die Haut ist extrem trocken, neigt zu Juckreiz und ist aufgrund einer gestörten Hautbarriere besonders anfällig für Infektionen.
- Begleiterkrankungen: Psoriasis kann mit weiteren Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Psoriasis-Arthritis einhergehen. Neurodermitis hingegen tritt oft gemeinsam mit anderen atopischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, allergischem Asthma oder Nahrungsmittelallergien auf.
Mischformen
In einigen Fällen können die Symptome beider Erkrankungen ineinander übergehen, sodass eine eindeutige Diagnose erschwert wird. Zudem ist es möglich, dass Patienten im Laufe ihres Lebens von einer Erkrankung in die andere wechseln. In seltenen Fällen können Psoriasis und Neurodermitis sogar gleichzeitig auftreten.
Neben den körperlichen Beschwerden sind beide Erkrankungen auch mit sozialen und psychischen Belastungen verbunden. Sichtbare Hautveränderungen führen oft zu Stigmatisierung, was das Wohlbefinden der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Stress wiederum kann die Erkrankung verstärken, sodass sich ein Teufelskreis aus körperlichen und psychischen Faktoren ergibt.
Wie kann man die jeweilige Hautkrankheit behandeln?
Neurodermitis
Die Therapie der Neurodermitis konzentriert sich auf zwei Hauptaspekte: die richtige Hautpflege und das Vermeiden von Triggerfaktoren.
- Hautpflege als Basistherapie: Eine konsequente Pflege mit feuchtigkeitsspendenden Cremes und Salben ist essentiell, um die Hautbarriere zu stabilisieren und Juckreiz zu reduzieren. Besonders geeignet sind Cremes mit Urea oder Ceramiden, da diese die Haut intensiv mit Feuchtigkeit versorgen. Duft- und Konservierungsstoffe sollten hingegen vermieden werden, da sie die empfindliche Haut zusätzlich reizen können.
- Medikamentöse Therapie: Bei akuten Schüben können kortisonhaltige Cremes oder Salben mit Wirkstoffen wie Mometason oder Prednicarbat Entzündungen rasch lindern. Für eine langfristige Behandlung stehen Calcineurin-Inhibitoren zur Verfügung, die das überaktive Immunsystem regulieren und übermäßige Reaktionen auf Umweltreize reduzieren.
- Vermeidung von Triggerfaktoren: Neurodermitis kann durch verschiedene äußere Einflüsse verstärkt werden. Zu den häufigsten Auslösern gehören:
- Bestimmte Materialien (z. B. Wolle oder synthetische Stoffe)
- Wetterumschwünge
- Allergene (z. B. Pollen oder Nahrungsmittel)
- Stress und emotionale Belastungen
Schuppenflechte
Die Behandlung der Schuppenflechte umfasst eine Vielzahl von Therapieoptionen, die je nach Schweregrad der Erkrankung individuell angepasst werden.
- Äußere Behandlung (topische Therapie): Zur lokalen Behandlung werden Cremes, Salben und Gele eingesetzt, die Wirkstoffe wie Kortison, Dithranol (Anthralin) oder Vitamin-D3-Analoga (z. B. Calcipotriol) enthalten. Diese reduzieren die übermäßige Zellteilung und lindern Entzündungen.
- Lichttherapie: Eine bewährte Methode ist die Bestrahlung der Haut mit UVB- oder UVA-Strahlen, die entzündungshemmend wirken und das Hautbild verbessern können.
- Systemische Therapie: Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kommen Medikamente zum Einsatz, die innerlich wirken. Dazu gehören:
- Immunsuppressiva wie Methotrexat oder Cyclosporin, die das Immunsystem dämpfen
- Retinoide, die die Hauterneuerung regulieren
- Biologika, also moderne Antikörper-Therapien, die gezielt in das Immunsystem eingreifen und Entzündungen hemmen
Fazit
QUELLEN
- Rendon A, Schäkel K. Psoriasis Pathogenesis and Treatment. Int J Mol Sci. 2019 Mar 23;20(6):1475. doi: 10.3390/ijms20061475. PMID: 30909615; PMCID: PMC6471628.
- Schleicher SM. Psoriasis: Pathogenesis, Assessment, and Therapeutic Update. Clin Podiatr Med Surg. 2016 Jul;33(3):355-66. doi: 10.1016/j.cpm.2016.02.004. Epub 2016 Mar 25. PMID: 27215156.
- Peng L, Yu Q, Zhang J, Mi X, Lin W, Qin Y, He Y, Guo J, Xiao M, Chen M. Cupping for neurodermatitis: A protocol of systematic review and meta-analysis. Medicine (Baltimore). 2020 Oct 2;99(40):e22586. doi: 10.1097/MD.0000000000022586. PMID: 33019475; PMCID: PMC7535754.

Lina Mattern