Reibeisenhaut bei Kindern: Ursachen und was Eltern wissen sollten

Redaktion, 25. JUNI 2026

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Nicht nur Erwachsene sind von Reibeisenhaut betroffen

Wenn man an den Oberarmen oder Oberschenkeln seines Kindes plötzlich kleine, raue Pickelchen entdecken, die wie Gänsehaut aussehen, aber nicht verschwinden, macht man sich oft Sorgen. Ist das eine Allergie? Eine ansteckende Hauterkrankung? Die gute Nachricht vorweg: In den meisten Fällen handelt es sich um völlig harmlose und weit verbreitete Reibeisenhaut.
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FORSCHUNG

Reibeisenhaut behandeln: Dieses Hausmittel hilft

Mit Pickeln an den Oberarmen - der sogenannte Reibeisenhaut - plagen sich viele Menschen herum. Oft helfen teure Mittel aus der Apotheke nicht. Stattdessen kann ein einfaches Hausmittel dafür sorgen, dass die Haut wieder glatt und weich wird.

Was ist Reibeisenhaut überhaupt?

Reibeisenhaut, fachsprachlich Keratosis pilaris, ist eine Verhornungsstörung der Haut, bei der es zu einer übermäßigen Ansammlung des Proteins Keratin kommt, wodurch die Haarfollikel verstopfen. Das Ergebnis sind die typischen kleinen, oft weißlichen oder leicht rötlichen Pickelchen, die sich rau anfühlen und optisch an eine dauerhafte Gänsehaut erinnern. Am häufigsten sind Oberarme, Oberschenkel, Wangen und das Gesäß betroffen.


Wichtig zu wissen: Reibeisenhaut ist nicht ansteckend, nicht schmerzhaft und in der Regel auch nicht entzündlich. Sie ist vor allem ein optisches Thema und kein gesundheitliches Problem.

Warum beginnt Reibeisenhaut oft schon im Kindesalter?

Keratosis pilaris tritt meist bereits im frühen Kindesalter auf, häufig schon bei Säuglingen und Kleinkindern und wird bei älteren Kindern und Jugendlichen oft noch stärker. Tatsächlich sind über die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen irgendwann davon betroffen — sie gehört damit zu den häufigsten Hautproblemen im Kindes- und Jugendalter.


Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht, aber die Genetik spielt wohl eine große Rolle: Reibeisenhaut tritt in der Familie oft gehäuft auf — wenn ein Elternteil betroffen ist, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind darunter betroffen ist. Eltern, die selbst als Kind oder Jugendliche raue Hautstellen an Armen oder Beinen hatten, sollten also nicht überrascht sein, wenn sich das bei ihrem eigenen Kind wiederholt. Zusätzlich sind Kinder mit grundsätzlich trockener Haut oder bestehenden Hauterkrankungen wie Neurodermitis besonders anfällig für Keratosis pilaris. 

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Verändert sich Reibeisenhaut mit dem Alter?

Erste Symptome treten meist schon im Kindesalter auf und verstärken sich häufig beim Heranwachsen, sodass vor allem Jugendliche von Reibeisenhaut betroffen sind. In der Pubertät können sich die Symptome zusätzlich verstärken, da hormonelle Veränderungen die Haut beeinflussen.


Die guten Nachrichten: Mit höherem Alter nehmen die Haarfollikel immer mehr ab, weshalb die Reibeisenhaut bei einem großen Teil der Kinder mit dem Erwachsenwerden verschwindet. Das bedeutet nicht, dass man die Haut bis dahin sich selbst überlassen sollte — eine gute Pflege kann die Pickelchen in der Zwischenzeit deutlich lindern und das Erscheinungsbild verbessern. 

Wie pflegt man die Haut eines Kindes mit Reibeisenhaut richtig?

Sanfte statt aggressive Reinigung

Die Haut von Kindern ist empfindlicher als erwachsene Haut. Aggressive Reinigungsprodukte oder zu heißes Wasser beim Baden und Duschen entziehen der Haut zusätzlich Feuchtigkeit und können die Verhornung sogar verstärken. Milde, pH-neutrale Reinigungsprodukte ohne starke Duftstoffe sind die bessere Wahl.

Regelmäßiges Eincremen 

Im Mittelpunkt sollte häufiges Eincremen mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme oder Lotion stehen, die Feuchtigkeit in der Haut bindet, die Abschuppung abgestorbener Hautzellen unterstützt und die Haut glatter und geschmeidiger macht. Bei Kindern empfiehlt es sich, besonders milde, speziell für Kinder entwickelte Produkte zu verwenden und auf eine regelmäßige Anwendung zu achten — idealerweise direkt nach dem Baden, wenn die Haut noch leicht feucht ist und Pflegeprodukte besser aufnimmt.

Kratzen und Ausdrücken vermeiden

Was man auf keinen Fall tun sollte, ist die kleinen Pickelchen aufzukratzen — das belastet die Haut zusätzlich und kann zu Entzündungen führen. Bei Kindern ist das besonders wichtig zu vermitteln, da sie aus Neugier oder bei Juckreiz schnell zum Kratzen geneigt sind. Kurze Fingernägel und das Ablenken von der betroffenen Stelle können helfen, dieses Verhalten zu reduzieren.

Auf aggressive Peelings verzichten

Chemische Peelings mit Säuren oder Retinoiden, die bei Erwachsenen teilweise empfohlen werden, sind für Kinder in der Regel nicht geeignet und sollten nur nach ausdrücklicher ärztlicher Empfehlung verwendet werden. Bei Kindern liegt der Fokus klar auf sanfter, feuchtigkeitsspendender Pflege statt auf intensiven Peelings.

Klima und Jahreszeit berücksichtigen

Kaltes und trockenes Wetter kann die Symptome verschlimmern, da die Haut in solchen Bedingungen zu Trockenheit neigt. Im Winter, wenn die trockene Heizungsluft zusätzlich belastet, sollte die Pflegeroutine bei Kindern entsprechend intensiviert werden.

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Wann sollten Eltern mit ihrem Kind zum Arzt gehen?

In den meisten Fällen ist Keratosis pilaris mehr ein optisches als ein gesundheitliches Problem, weshalb eine ärztliche Behandlung nur selten notwendig ist. Trotzdem gibt es Situationen, in denen ein Besuch bei der Kinderärztin, dem Kinderarzt oder einer Hautärztin sinnvoll ist:


  • Wenn sich die kleinen Erhebungen regelmäßig entzünden, schmerzen oder nässen
  • Wenn sich das Hautbild trotz konsequenter, mehrwöchiger Pflege nicht verbessert oder sogar verschlechtert
  • Wenn zusätzlich starker Juckreiz auftritt, der das Kind im Alltag oder beim Schlafen stört
  • Wenn Eltern unsicher sind, ob es sich tatsächlich um Reibeisenhaut handelt oder um eine andere Hauterkrankung, die ähnlich aussehen könnte.

Was Eltern ihrem Kind erklären können

Gerade bei älteren Kindern und Jugendlichen, die immer mehr auf ihr Äußeres achten, kann Reibeisenhaut zur Belastung werden — besonders wenn Mitschüler Bemerkungen dazu machen. Hier können Eltern wichtige Unterstützung leisten, indem sie erklären, dass es sich um ein sehr häufiges und harmloses Hautproblem handelt, von dem etwa jeder zweite Mensch irgendwann betroffen ist. Dafür sollte sich niemand schämen. 

Fazit

Reibeisenhaut bei Kindern tritt häufig auf, ist aber harmlos und meist gut in den Griff zu bekommen. Die genetische Veranlagung lässt sich nicht beeinflussen, aber eine sanfte, konsequente Pflegeroutine mit regelmäßigem Eincremen und milder Reinigung kann die Haut deutlich verbessern. Mit zunehmendem Alter verschwindet die Reibeisenhaut bei vielen Kindern ohnehin von selbst. Eltern können in der Zwischenzeit am besten helfen, indem sie geduldig bleiben, das Kratzen sanft unterbinden und ihrem Kind vermitteln, dass diese kleine Besonderheit der Haut nichts ist, wofür man sich schämen müsste.


QUELLEN

  • Kaur K, Kaur A, Kalsi V, Kasav S. Keratosis Pilaris Unveiled: Insights into its Origin, Management Strategies and Research Frontiers. Indian J Dermatol. 2025 Sep-Oct;70(5):267-274. doi: 10.4103/ijd.ijd_51_25. Epub 2025 Sep 1. PMID: 40918705; PMCID: PMC12413161.
  • Hwang S, Schwartz RA. Keratosis pilaris: a common follicular hyperkeratosis. Cutis. 2008 Sep;82(3):177-80. PMID: 18856156.
Natalja Felsing Autorin

Lina Mattern

Nach Abschluss ihres Studiums an der Hochschule Kempten hat sich Lina privat und beruflich mit Themen aus der Gesundheits-, Fitness- und Beautybranche befasst. Seitdem recherchiert und schreibt sie Blogartikel in dieser Branche und ist Expertin im Beauty- und Gesundheitsbereich. Neben dem Schreiben von aktuellen und ausführlich recherchierten Artikeln, betreut sie auch Social Media Kanäle, die sich um Tipps rund um Schönheit und Gesundheit drehen. Die Blogartikel und der Content orientieren sich dabei immer an der aktuellen Forschungslage.