Hitzepickel loswerden: Die besten Tipps für den Sommer

Redaktion, 14. August 2025

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Hitzepickel können bei Neugeborenen sowie Erwachsenen auftreten. 

Bei der derzeitigen Hitzewelle in Deutschland kommt man gerne mal ins Schwitzen. Als wäre das nicht schon unangenehm genug, löst der Schweiß auch noch die Entstehung nerviger Hitzepickel aus. Immer mehr Leute beschweren sich über Pickel auf dem Rücken, der Brust oder auch im Gesicht. Wie kann man seine Haut vor Pusteln und Bläschen schützen? Wie man am besten ohne derartige Hautveränderungen durch den Sommer kommt, erfahren Sie hier. 
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FORSCHUNG

Reibeisenhaut behandeln: Dieses Hausmittel hilft

Mit Pickeln an den Oberarmen - der sogenannte Reibeisenhaut - plagen sich viele Menschen herum. Oft helfen teure Mittel aus der Apotheke nicht. Stattdessen kann ein einfaches Hausmittel dafür sorgen, dass die Haut wieder glatt und weich wird.

Was sind Hitzepickel?

Wenn die Temperaturen steigen und der Körper mehr schwitzt, kann es passieren, dass die Haut mit kleinen roten Punkten oder Bläschen reagiert. Diese werden umgangssprachlich Hitzepickel genannt, in der Medizin spricht man jedoch von Miliaria oder Schweißdrüsenverstopfung.


Dabei handelt es sich nicht um klassische Pickel, wie man sie etwa von Akne kennt, sondern um eine spezielle Reaktion der Haut auf hohe Temperaturen. Besonders betroffen sind Körperstellen wie Rücken, Brust, Nacken oder Gesicht, die entweder stark schwitzen oder durch Kleidung zusätzlich aufgeheizt werden. Hitzepickel sind zwar meist ungefährlich, können aber unangenehm sein, da sie oft mit Juckreiz, Brennen oder einem störenden Hautgefühl einhergehen.


Die Ausprägung der Hitzepickel lässt sich in unterschiedliche Stadien aufteilen:


Miliaria crystallina

  • mildeste Form

  • kleine, durchsichtige Bläschen auf der Haut

  • meist ohne Entzündung und schmerzlos

  • tritt häufig bei Babys auf, kann aber auch Erwachsene betreffen


Miliariarubra

  • auch als Roter Hitzeschlag bekannt

  • juckende, rote Pickelchen oder Papeln

  • entsteht, wenn Schweiß tiefer in die Hautschichten eindringt

  • oft begleitet von Brennen und Unwohlsein


Miliariapustulosa

  • entwickelt sich aus der Miliaria rubra

  • Pickelchen füllen sich mit Eiter

  • Anzeichen für eine zusätzliche Entzündung durch Bakterien


Miliaria profunda

  • seltenste, aber schwerste Form

  • Schweißdrüsen liegen tiefer in der Haut verstopft

  • feste, hautfarbene Knötchen, die nicht jucken

  • tritt eher nach wiederholten Episoden von Hitzepickeln auf

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Wie entstehen Hitzepickel?

Hitzepickel entstehen immer dann, wenn die Schweißproduktion auf Hochtouren läuft und der Abfluss des Schweißes gestört wird. Gerade im Sommer, wenn Hitze und Sonne auf die Haut einwirken, produzieren die Schweißdrüsen besonders viel Flüssigkeit, um den Körper zu kühlen. Normalerweise wird der Schweiß gleichmäßig über die Hautoberfläche abgegeben und verdunstet dort. Kommt es jedoch zu einer Blockade der feinen Schweißkanäle, staut sich die Flüssigkeit unter der Haut.


Die Folge sind kleine Bläschen oder Pusteln, die sich oft als unangenehme Hautirritationen bemerkbar machen. Schweiß auf der Haut, der nicht richtig abfließen kann, ist damit der entscheidende Auslöser. Besonders betroffen sind Körperstellen, die eng anliegende Kleidung oder wenig Luftzirkulation haben wie Rücken, Brust oder Achseln. Auch intensive Sonneneinstrahlung begünstigt die Entstehung von Hitzepickeln, da sie die Haut zusätzlich reizt und die Poren leichter verstopfen lässt.

Woran erkennt man Hitzepickel?

Hitzepickel zeigen sich meist in Form von kleinen, rötlichen Knötchen oder Bläschen, die an den betroffenen Stellen auftreten, wo es besonders schnell zu einem Hitzestau kommt. Typisch sind Brust, Rücken, Nacken, Stirn oder Achseln, also Körperregionen, an denen Schweiß auf der Haut schlecht verdunsten kann. Häufig treten die Pickelchen zusammen mit Juckreiz oder einem leichten Brennen auf und werden von Betroffenen als störender Ausschlag beschrieben.


Einige Hautveränderungen ähneln Miliaria, haben aber andere Ursache und sind auch dementsprechend anders zu behandeln.

Hitzeausschlag

Ein Hitzeausschlag entsteht ebenfalls durch verstopfte Schweißdrüsen und ist eng mit Hitzepickeln verwandt. Er tritt vor allem nach starker Belastung durch Sonne und hohe Temperaturen auf. Während Hitzepickel meist als kleine Bläschen oder Knötchen sichtbar sind, äußert sich der Hitzeausschlag eher großflächig mit roten Flecken und starkem Juckreiz.

Sonnenallergie

Eine Sonnenallergie wird nicht durch Hitze, sondern durch UV-Strahlen ausgelöst. Sie ist immunologisch bedingt und zeigt sich oft in Form von juckenden Quaddeln, Rötungen oder Pusteln. Anders als Hitzepickel sind die Hautveränderungen nicht auf stark schwitzende Körperstellen beschränkt, sondern können überall am Körper auftreten.

Akne oder Pickel

Auch Akne oder gewöhnliche Pickel werden häufig mit Hitzepickeln verwechselt. Der entscheidende Unterschied liegt in der Ursache. Während Hitzepickel durch einen Hitzestau und Schweiß auf der Haut entstehen, entwickelt sich Akne tiefer in den Talgdrüsen und hängt stärker mit hormonellen Schwankungen oder erhöhter Talgproduktion zusammen.

Reibeisenhaut

Reibeisenhaut wird häufig mit Hitzepickeln verwechselt, sieht aber ganz anders aus und hat eine andere Ursache. Bei dieser Hautveränderung verstopfen keine Schweißdrüsen, sondern die Haarfollikel durch eine Überproduktion von Keratin. Dadurch entstehen dauerhaft raue, kleine Knötchen, die sich vor allem an Oberarmen, Oberschenkeln oder am Po zeigen. Im Gegensatz zu Hitzepickeln verschwinden diese Hautunebenheiten nicht nach einigen Tagen von selbst und sind auch nicht durch Sonne oder Hitzestau bedingt.

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Wie wird man Hitzepickel am besten los?

Wer von Hitzepickeln geplagt ist, möchte die juckenden und geröteten Stellen natürlich schnell wieder loswerden. Die gute Nachricht ist, dass sich die Haut in den meisten Fällen von allein erholt, sobald die Schweißdrüsen wieder frei sind. Trotzdem kann man einiges tun, um die Heilung zu beschleunigen und die Haut zu entlasten.


Am wichtigsten ist es, den Körper möglichst kühl zu halten und weitere Schweißbildung zu reduzieren. Leichte, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle oder Leinen verhindert, dass sich die Hitze staut und die Haut zusätzlich gereizt wird. Auch das Vermeiden von direkter Sonneneinstrahlung unterstützt die Haut bei der Regeneration, da sie weniger stark belastet wird.


Zusätzlich sollte man auf eine gute Hauthygiene achten. Regelmäßiges Duschen mit lauwarmem Wasser spült Schweiß und Bakterien ab und sorgt dafür, dass die betroffenen Stellen sauber bleiben. Auf aggressive Reinigungsprodukte oder stark parfümierte Duschgele sollte man jedoch verzichten, da diese die Haut weiter reizen können.


Wichtig ist außerdem, die Hitzepickel in Ruhe zu lassen. So verlockend es auch sein mag – auf Kratzen oder Drücken sollte man unbedingt verzichten. Dadurch könnten die kleinen Bläschen aufgehen und sich entzünden. Mit etwas Geduld verschwinden die Hitzepickel in der Regel innerhalb weniger Tage ganz von allein.


Wer die Heilung zusätzlich unterstützen möchte, findet in der Apotheke einige hilfreiche Produkte. Kühlende Gels oder leichte Lotionen mit Aloe Vera oder Panthenol beruhigen die gereizte Haut und lindern Juckreiz. Bei stärkeren Beschwerden können auch Lotionen mit Zink helfen, da sie die Haut austrocknen und entzündungshemmend wirken. In besonders hartnäckigen Fällen verschreibt der Arzt eventuell leichte Kortisoncremes, diese sollten jedoch nur kurzfristig und nach Rücksprache angewendet werden.

Welche Hausmittel helfen gegen Hitzepickel?

Nicht immer braucht es Cremes oder Medikamente aus der Apotheke, um Hitzepickel loszuwerden. Oft reicht schon ein Griff zu einfachen Hausmitteln, die die Haut beruhigen und den Heilungsprozess unterstützen. Diese natürlichen Helfer haben sich besonders bewährt:


Aloe Vera: Die kühlende Gel-Textur versorgt die Haut mit Feuchtigkeit, lindert Juckreiz und wirkt entzündungshemmend.


Kamillentee-Kompressen: Die enthaltenen Pflanzenstoffe beruhigen gereizte Haut und helfen dabei, kleine Entzündungen abklingen zu lassen.


Kokosöl: Mit seinen antibakteriellen Eigenschaften schützt es die Hautbarriere und wirkt gleichzeitig angenehm kühlend.


Apfelessig (verdünnt): Reguliert den pH-Wert der Haut, wirkt leicht desinfizierend und beugt so einem Aufkeimen von Bakterien vor.


Kalte Umschläge: Sie senken den Hitzestau in der Haut und helfen, Rötungen und Schwellungen schneller zurückzubilden.


Haferflocken-Bad: Die Schleimstoffe der Haferflocken legen sich wie ein beruhigender Film über die Haut und lindern Juckreiz.


Gurkenscheiben oder Gurkensaft: Spenden Feuchtigkeit, wirken kühlend und sorgen für eine schnelle Erleichterung bei Hautirritationen.


Heilerde-Maske: Trocknet kleine Bläschen aus, saugt überschüssigen Schweiß auf und unterstützt die Haut bei der Regeneration.

Hitzepickel bei Babys - was tun?

Gerade Babys und Kleinkinder sind besonders anfällig für Hitzepickel, da ihre Schweißdrüsen noch nicht vollständig ausgereift sind. Häufig treten die kleinen roten Pünktchen oder Bläschen im Windelbereich, an den Achseln oder in Hautfalten auf, wo es schnell warm und feucht wird. Für Eltern wirkt der Ausschlag oft besorgniserregend, ist aber in den meisten Fällen harmlos.


Wichtig ist vor allem, die Haut so kühl und trocken wie möglich zu halten. Luftdurchlässige Kleidung, ein regelmäßiger Windelwechsel und das Vermeiden von zu warmen Decken oder Stramplern helfen, dass die Pickel schnell wieder verschwinden. Auch ein lauwarmes Bad ohne Seife kann die Haut beruhigen. Auf stark fettende Cremes oder Öle sollte man verzichten, da sie die Poren zusätzlich verstopfen können.


Falls die Hautveränderungen sehr stark ausgeprägt sind, länger bestehen bleiben oder das Kind unruhig wirkt, ist ein Besuch beim Kinderarzt sinnvoll, um andere Ursachen wie Infektionen auszuschließen.

Fazit

Hitzepickel sind zwar lästig, aber zum Glück meist harmlos und verschwinden oft von allein, sobald die Haut entlastet wird. Mit einfachen Maßnahmen wie luftiger Kleidung, guter Hauthygiene und kühlenden Hausmitteln lassen sich die Beschwerden schnell lindern. Besonders Babys brauchen in der warmen Jahreszeit besondere Aufmerksamkeit, da ihre Haut noch empfindlicher reagiert. Wer auf leichte Pflege achtet und die Haut nicht zusätzlich reizt, kommt auch während einer Hitzewelle entspannt durch den Sommer.


QUELLEN

  • V. Palaniappan, A. Sadhasivamohan, J. Sankarapandian, K. Karthikeyan: Miliaria crystallina; PMID: 36692206 DOI: 10.1093/ced/llad032; 2023 Apr
  • S. Valenzuela-Ubiña, I. Villegas-Romero, D. Jiménez-Gallo, C. Arjona-Aguilera, M. Linares-Barrios: Miliaria crystallina induced by idarubicin and all-trans-retinoic acid: Two case reports; PMID: 34106466 DOI: 10.1111/ajd.13641;  2021 Aug
Autor Simon Engelhardt

Simon Engelhardt

Als leidenschaftlicher Sportler setzt sich Simon hauptsächlich mit den Themen Gesundheit, Ernährung und Fitness auseinander. Über die Arbeit und das Privatleben baute er sich eine Expertise zu diesen Themenbereichen auf. In Form von Blogbeiträgen teilt er seine Erfahrungen und sein Wissen, das er über viele Jahre aufgebaut hat. Er ist hauptsächlich für das Schreiben gut recherchierter Blogartikel zuständig, was durch die Erstellung von Content in den sozialen Medien ergänzt wird. Die Beiträge basieren dabei immer auf der aktuellen Forschungslage und werden regelmäßig aktualisiert.